100 TAGE REMOTE

INTRO

Quartal 2/2020, wir arbeiten remote. Vorher war es möglich, jetzt musste es sein, wie hat es funktioniert. Ein Zwischenstand.

PROFIL

Ich arbeite in einem produzierendem E-commerce-Unternehmen. Remote zu sein war uns vorher möglich, wir sind ca. 1000 Leute, unter 50 in der Abteilung. Wir tragen die Verantwortung für Backendprozesse, ERP und Teile der IT-Architektur.

PHASEN

Nach 100 Tagen, es können auch mehr sein, gibt es drei Phasen, die so ziemlich genau nach 33 Tagen ineinander übergehen. Danach teile ich die Erfahrungen ein.

I – 0 bis 33,3 Tage | II – bis 66, 6 Tage | III – bis 100 Tage

KALENDERSTRUKTUR & TERMINE

I – remote und Homeoffice ist da, wir strukturieren Termine um. Jeder Termin bekommt einen digitalen Besprechungsraum. Die inoffzielle Espressopause wird instrumentalisiert. Aus einem Daily werden zwei. Wenige Termine werden abgesagt, alle umgebaut.

II – Läuft, wir tauschen Hintergründe in Teams, kommunizieren mit den technischen Mitteln. Disziplin dank Handheben. Die meisten Kameras sind an, wir haben gute Laune. Alle externen Termine sind on-hold, wichtige Termine finden noch statt.
Öffentliche Calls werden zunehmend uninteressanter. Anderes Firmenwissen („Webcalleinladungen“) wird inflationär verschenkt, eine Einordnung ist schwer.

III – 1 -3 mal vor Ort. Hauptsächlich für Vertragssachen, Vorstellungsgespräche, aber insbesondere andere Kollege gucken in die Kalender und kommen dazu.

Neue Disziplin und Ankertermine im eigenen Kalender:

8:00 – Monitoring
9:00 – DevOps Daily – Austausch mit den Kollegen zum Tagesgeschäft
11:11 – Just fuckin‘ do it – 2 Do Liste(n) abarbeiten
10:00 – 12:00 – Runnin‘ Projects – Blocker für Projekteskalationen
11:50 – FIFTY – Liegestütze
12:00 – 13:00 – Mittagspause
14:00 – PERSONAL CALL – Anruf statt Email, einfach anrufen
15:00 – KAN BAN VIBES – Teamtermin zum sozialen und Projektaustausch
19:00 – Sport!

TECHNIK

I – VPN läuft, schwächelt, ich arbeite Laptoponly. Teams rettet. Ich mache mir sorgen um die Stabilität des Netzes.

II – Upgrade, zwei Bildschirme, Dockingstation. Das Homeoffice ist auf gleichem Level wie das Büro.

III – alles ist stabil. Täglich wird der Schreibtisch aufgeräumt.

SOCIAL

I – kein Jogging und Biken mehr im Büro. Wir versuchen zu zwiften, klappt 2x. Ich vermisse den Bürosport.

II – wir machen virtuelle Kaffeepause, ist ok. Das Essen im Café und der zufällige Espressoaustausch fehlt mir.

III – wieder wenig, unregelmäßig vor Ort. Kaffeepausen werden gelebt und geliebt. Die Teamarbeit funktioniert etabliert, auch mit Externen. Die gemeinsamen Teamtermine (Retrospektive) sind wichtige Leuchttürme und wir haben gute Stimmung.

10 FACTS

  • ich arbeite mehr, effektiver und die räumliche Trennung vom Arbeitsplatz macht abschalten schwerer
  • der eigene Kaffeeverbrauch ist krass
  • weniger Wege- und Bürostress = mehr Essen
  • der Dieseltank wird nicht leer
  • Podcast ersetzen nicht den Bürosound
  • hoher Buchverbrauch
  • Netzwerken bleibt auf der Strecke
  • Termine werden kürzer
  • mehr remote = noch agiler
  • wir liefern Projekte, Produkte und Lösungen in noch besserer Qualität

Wie geht es Euch remote? Schreibt mir eine Mail
mail@medienmensch.com
I’m still hiring for my team 😉

Beste Grüße,
Mario

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