Prozesse im Griff | die Bahn

Das ich Konzerne mag, daraus mache ich ja kein Geheimniss.

Im diesen Jahr fahre ich wieder zum DSAG-Jahreskongress. Hier fängt es an.

Ich reise mit der Bahn. Die Bahn bietet hier einen Sonderpreis an. Pauschal zur Veranstaltung für 99€ hin und zurück.

Beim Anruf bei der Hotline melde ich mich mit dem Stichwort „DSAG Jahreskongress“. Die Veranstaltung wird gefunden ich wähle meine Zugverbindung. Ist das erledigt, muss ich zahlen. Ich habe ein Kundenkonto, dass ich per Passwort bestätigen muss.

Die Reise wird bezahlt, gebucht und ich kann die Tickets direkt am Automaten lösen.

Das kannte ich noch nicht und frage nach. Sonst bekam ich immer Post. Ich kann mein Ticket an jedem Bahnschalter abholen. Als Identifizierung dient meine Kreditkarte. Wow denke ich.

Am nächsten Tag – ich bin zu spät zur Bahn gekommen. Manchmal kommt die Bahn ja auch zu spät zu mir. Gehe ich zum Ticketautomaten, drücke den Touchscreen und meine Reisetickets werden ausgedruckt.

Chapeau!

Geht man mit offenen Augen durch die Welt und sieht die Situation nicht als Selbstverständlich weiß man, dass sehr viele Business Systeme im Hintergrund im Einsatz sind.

Ich denke mal laut (alles Vermutungen):

Denkt man mal darüber nach wieviele Informationen Minimum im Hintergrund verarbeitet werden

  • Sondertarife
  • Sonderhotline
  • Verbindungsdaten
  • Kundenstammdaten
  • Zahldaten

Beginnt man die Prozesse zu zählen die Mindestens angestoßen werden

  • Kundenanruf
  • Sonderveranstaltungsservice
  • Verbindungssuche
  • Sitzplatzreservierung
  • Kunden anlegen / vorhanden
  • Kundendaten suchen
  • Zugang validieren
  • Kundendaten überprüfen, validieren
  • Zahlungsdaten überprüfen
  • Zahlung validieren
  • Kundenzufriedenheitsbefragung
  • Fahrkarten freigeben
  • Fahrkartenabholung
  • Authentifizierung über Kreditkarte
  • Fahrscheindruck

Sehr wahrscheinlich wird noch viel viel mehr im Hintergrund passieren. Dann sind die Systeme miteinander vernetzt und verbunden. Alles Dinge die wir als selbstverständlich wahrnehmen. Ich staune.

Beste Grüße,

Mario

Bildquelle: http://www.bmwi.de/

Die Vorher – Nachher Show von Porsche

Ich bin begeisterter Pendler. Beim Autofahren lässt sich die Zeit nicht so gut nutzen – höchsten man telefoniert, aber das wird immer teuerer. Eigene unbestätigte statistische Erhebungen haben ergeben, dass acht von zehn Bahnfahrern lesen. 10 % schlafen. Warum ist es nicht möglich in der Bahn Bücher zu kaufen? Ich schweife ab, ich wollte über Porsche reden.

Anders ist besser: Ein Versuch über neue Wege in Wirtschaft und Politik
Bildquelle: Amazon.de

Beim Buchhändler um die Ecke habe ich mir aus Neugier Wendelin Wiedekings „Anders ist besser: Ein Versuch über neue Wege in Wirtschaft und Politik“ gekauft. Wie wir wissen, ist W-Quadrat nicht mehr für den Edelautobauer tätig, wird aber trotzdem über die Runden kommen.

Zum Buch:
Mit neun Euro (Taschenbuch) liegt es deutlich unter dem Preis für „Wirtschaftsliteratur“ die sich Schrankschmückende Titel gerne mit 25-45€ vergüten lassen. Das Taschenbuch hat 240 Seiten und ist im Porsche Erfolgsjahr 2008 erschienen. Wiedeking schreibt wie ein Gespräch. Kein Blatt vor dem Mund, direkt und unverschnörkelt deutlich. Seine Ansichten sind sehr interessant und durchaus provozierend. Nachdem das Buch durchgelesen ist, meint man der Person Wiedeking näher zu sein. Die Geschichte mit den Chinesischen Know-How Import hat mich wirklich gewundert, aber ein paar mehr intime Sachen hätte ich mir schon gewünscht. Klar, 2008 war Wendelin keine Plaudertasche, aber vielleiht kommt ein Titel nach der Porsche Ära. Die selbewussten Ansichten stehen nach dem Sommer 2009 zwar in einem neuen Licht, aber ließ selbst. Eine Abrechnung bzw. schlechtes Nachreden über Porsche wird der Charakter-Mensch Wiedeking nicht – da bin ich mir fast sicher.

Wer soll es lesen? Porsche fasziniert jeden, daher ist das Buch kein reiner Wirtschaftstitel. Studenten bekommen hier Praxisdenke vermittelt, Bunte Leser(innen) wird das Buch zu farblos sein und für Unternehmer und Politiker ist es Pflicht.

Aber Kopf hoch Wendelin, ich finde du bist ein feiner Kerl. Wenn was ist, ruf an!
Beste Grüße,
Mario