MOBIKE #BIKE #VERLEIH #DIGITAL #SHARING #MOBILTY #NPS 5/6

Die Idee sich ein Fahrrad auszuleihen ist nicht neu.

In Holland in das gang und gäbe. Mobilität in einer Großstadt anzubieten auch nicht.
Warum ist es dennoch einer der aktuell interessantesten Risikomärkte weltweit?

INTRO

MOBIKE ist ein chinesisches Unternehmen, dass fast eine Milliarden Dollar eingesammelt hat.

Das ist ein Ansage. Leihräder gibt es schon länger, aber die Bahnräder waren teuer, meist kaputt und die erste Anmeldung die größte Hürde.

#1 ZUGANG

Man bekommt kein schnelleren Zugang zu einem Rad als über die App.

Die Schritte sind minimiert: Downlad, Anmeldung mit einer Handynummer, SMS-Codefreigabe und Zahlart verbinden fertig.

Vom Download bis zum ersten Tritt dauert es unter drei Minuten.

#2 EXPERIENCE

Ich scanne den QR-Code (Lenker oder Sattel) mit der Kamera, das Schloss schießt frei nach oben und fahre los.

Der erste Eindruck, Yeah! ich bin unterwegs. Der zweite – es rollt ein bisschen komisch – aber dazu später mehr.

Ausloggen geht noch einfacher. Einfach das Schloss runter drücken, es piepst zweimal und ich bin fertig.

Nach der Fahrt sehe ich alles. Die Fahrt wurde getrackt und sogar meine CO2 Ersparnis, Dauer und Kalorien werden angezeigt.

Direkt danach könnte ich Feedback geben. Defekte Räder werden erstmal gesperrt.

Gesperrte Räder siehst du zwar auf der Straße, aber nicht in der App. Beim Entsperrversuch wirst du zum nächsten Rad geführt.

#3 HARDWARECHECK

Vorab – es gibt zwei Versionen.

Schwarzer Korb = kleines Rad
Orangener Korb = großes Rad, hier gibt es zwei Version (mit und ohne Schaltung)

Ich vermute, dass das kleine Rad das asiatische Urmodell ist. Scheibenbremse, kleiner, aber verstellbarer Rahmen, keine Gänge.

Für mich zu klein, nicht fahrbar – ein Kampf.

Das große Rad ist nicht perfekt, aber für kurze Strecken ideal.

Die sensiblen Teile, wie Bremsen, sind geschützt:

Mehr als drei Gänge braucht es nicht.

Robust, dicke Schweißnähte. Kann fallen ohne zu brechen.

Es gibt sowohl Trommel- wie auch Scheibenbremsen.

Die Pain-Point beim Rad wird hier zum Killer. Der Reifen ist aus Vollgummi, rollt damit ganz schlecht, ist aber unplattbar. In der Stadt möchte ich Termine oder Bars erreichen und keine Bestzeiten auf Strava.

Die Reifen sind schwer, die Speichen massiv und auch nur mit roher Gewalt zerstörbar.

Alle Räder lassen sich leicht in der Höhe verstellen. Die Hebel wirken wertig.

Ein bisschen Strom braucht es. Pfiffig – die Solarzelle liegt im Korb. Der Korb hat einen Kaffeebecherhalter und genug Stauraum für 13 Zoll Laptops.

#4 ACCEPTANCE

In Berlin rollen viele MOBIKES durch die Stadt. 100 Meter durch die Stadt gehen und kein MOBIKE sehen? Unmöglich.

Die Städte haben verschiedene Interessen. Sicherheit, weniger Autos – dafür neue Probleme.

MOBIKE reagiert schnell und führte z.B. Zonen ein, in denen Fahrräder nicht abgestellt werden dürfen und informiert in der APP freundlich.

„Wut“ gegen Konzerne gibt es immer. Räder im Fluss, Bikes die an Schildern hängen oder mutwillig zerstört wurden – das alles gibt es.
Wem hilft das?

#5 PRICING

20 Minuten Rad fahren kosten knapp 80 Cent. Günstiger kann man sich fast nicht bewegen.
Ein Monatspass kostet pauschal 7,90€ und erlaubt 120 Minuten biken pro Tag.

MOBIKE hat aber noch andere Einnahmequellen. Durch die Aktivitäten erkennt und kennt MOBIKE die Heatmaps der Bewegungsdaten.
Die sind wichtig für Städteplaner, Projektentwickler und die Städte selbst.
Das macht MOBIKE zum Portal.

Kosten

Ein Rad würde ich mit 300 € bewerten und in jeder Stadt braucht es lokale Reparaturteams. Das ließe sich auslagern.
Das Backend und die Software sind schnell, sauber übersetzt und gut skaliert.

#6 CHANCEN & RISIKEN

In Berlin gibt es knapp 10 Verleiher. Die unterscheiden sich vor allem bei den Rädern. Die guten alten DB-Räder gibt es noch unter anderer Marketingfahne. Ich denke Deezer nutzt diese als Marketingvehicle.

Lime ist für mich der stärkste Konkurrent. Der markanteste Unterschied – Ebikes im Portfolio. Obwohl ich Mobike bevorzuge, habe ich auch Lime installiert, da sich unsere Gruppe für Ebikes entschieden hat.

Mobike kann hier „einfach“ ebikes nachschieben. Hier braucht es aber mehr Support – die Akkus werden durch lokale Teams getauscht oder von der Communitiy übernommen „Juice & Earn“.

Es wird ein spannender Kampf und ganz klar Verdrängungswettbewerb.

Übrigens gibt es in Berlin auch Roller, Scooter…

Das Konzept bleibt indirekt von den Städten/Politik abhängig. Einen Fahrdienst zu verbieten, hieße aber auch Fahrräder generell zu verbieten.

Chance

Service ausbauen,  Betriebskosten steuern, Monopolist werden, skalieren, Preise sensibel nachsteuern.

Eigene Bilanz:

3,5 Tage Berlin

42,3 Kilometer Mobike
13,7 Kilometer Lime

U-Bahn

0 Kilometer

NPS*: 5/6

DUSP**: größter Fahrradverleih der Welt

Beste Grüße,
Mario


*NPS = Net Promoter Score = Weiterempfehlungswahrscheinlichtkeit

**DUSP = unique selling proposition (selbstausgedacht) = digitales Alleinstellungsmerkmal

In unregelmäßigen Abständen schaue und bewerte ich digitale Projekte


 

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