Capitulare de villis vel curtis imperii (Straußenwirtschaft)

 

 

Brückentage sind optimal um die Flucht in Party oder einen stressigen Kurzurlaub anzutreten oder um vor der Haustür das Leben einzuatmen. Das Ahrtal ist nicht nur ein Weinbaugebiet, sondern auch noch fast vor meiner Haustür. Metropolen haben ebenso Charme wir das ländliche, an diesen Tagen zieht es mich an die Ahr.

 

In einem kleinem Gasthaus, in einem Haus von Freunden von Freunden, sind wir „ausversehen“ gestrandet. Mit den Weinbergen im Nacken und der Maisonne im Gesicht waren wir in Dernau bestens aufgehoben. Das einzige was im Gepäck sein sollte sind Hunger, Zeit und Ruhe. Ein Tisch für 8 war nicht da, aber kein Problem. Entweder mit dem Wein auf die Mauer oder den Tisch mit den „Durchwandereren“ teilen.

 

Die Mischung stimmt. Gute Produkte aus der Umgebung, antike Dekoration, herzlicher Service und viel Verständnis für Kinder. Gerne werden auch Marmeladenbrote geschmiert – selbst wenn die nicht auf der Karte stehen. Aber was ist eigentlich eine Straußenwirtschaft? Da der Weinbau Saisongeschäft ist und die Winzer die Früchte der Ernte auch im Jahr ernten möchten, haben Winzer, aber auch Bauern, die Erlaubnis eine „Straußenwirtschaft“ zu betreiben. Das bedeutet, dass der Betrieb zu bestimmten Zeiten, mit besonderen Auflagen, geöffnet haben darf. Ich möchte nicht mit Paragaphen langweilen, lieber sagen, dass so tolle Gastwirtschaften „entstehen“. Fernab von durchgestylten Reisbrettkonzepten und Busisnessplänen, mit abgestimmten Corporate Design. Die Karte ist von Hand geschrieben und die „Kellner“ sind Freunde des Hauses.

Wer guten Streuselkuchen, Flammkuchen oder deftigen Burgunderbraten gegessen hat, darf nicht nur die Reste für die Liebsten zuhause mitnehmen, sondern auch einen Urlaubstag. Wir wollten kurz bleiben, aber „durften“ nicht zahlen bevor wir noch ein Glas Weinbowle mit Waldmeister genoßen haben.

Spätestens bis zum nächsten Brückentag und beste Grüße,

Mario

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